Zwischen Leben und Tod

TAGESSCHAU24, 02.01.2017, 23:15

Traumberuf Krankenpflege. Lara Meissner betreut zwei Patienten die auf der Intensivstation im Koma liegen. Die 22 Jaehrige ist für diese beiden Menschenleben verantwortlich. Erst vor zwei Monaten hat sie die Ausbildung zur Krankenpflegerin beendet. Krankenpflegerin war schon immer ihr Traumberuf. Doch die Realitaet im Alltag ist haerter als sie gedacht hat. In den Krankenhaeusern wird vor allem am Pflegepersonal gespart. Laut ver.di fehlen 70.000 Pflegekraefte in den Kliniken. Zwoelf Patienten werden von nur einer Schwester versorgt und die ist im Dauerstress. Vor zehn Jahren konnte sich eine Krankenpflegerin um sechs Patienten kuemmern. Auf den Intensivstationen wo auch Lara Meissner arbeitet betreuen die Pfleger zwar weniger Patienten aber dafür muessen sie die Lebensfunktionen und Medikamente der Kranken staendig überwachen denn ihr Gesundheitszustand kann sich von einer zur anderen Minute lebensgefaehrlich verschlechtern. Oft muessen Betten gesperrt werden weil zu wenig Personal da ist. Fuer persoenliche Zuwendung wenn die Menschen nach einer schweren Operation aufwachen bleibt zu wenig Zeit. Antje Buell begleitet die junge Krankenschwester für diese NDR Reportage in ihrem Alltag auf der neurochirurgischen Intensivstation der Medizinischen Hochschule Hannover. Dort kaempft Lara Meissner um das Leben einer jungen Patientin die nach einem Unfall Hirnblutungen bekam und im Koma liegt. Sterben gehoert hier zum Alltag. Auch damit muss die 22 jaehrige Lara lernen umzugehen. Man muss einen Ausgleich finden und darüber reden sonst bleibt man nicht lange im Beruf glaubt Lara Meissner. Der Druck für sie ist hoch. Es duerfen keine Fehler unterlaufen. Eine falsche Dosierung der Medikamente kann tödlich sein. Auf ihrer Station passiert immer wieder Unvorhergesehenes: Ein Notfall kommt ein Patient muss ploetzlich reanimiert werden ein anderer bekommt auf der Station einen Luftroehrenschnitt. Personalmangel bedeutet Mehrarbeit für alle und schlechtere Betreuung der Patienten. Es sind nicht nur die Krankenhaeuser die weniger Pflegepersonal einstellen sondern auch immer weniger junge Menschen die diesen Beruf überhaupt ergreifen moechten. Aufstiegschancen und Bezahlung sind schlecht der staendige Schichtdienst zehrt an den Kraeften. Wenn die Krankenpfleger nicht schon die Ausbildung abbrechen steigen viele in den ersten Berufsjahren wieder aus wenn sie mit der harten Realitaet konfrontiert werden. Es fehlt die gesellschaftliche Anerkennung sagt Lara Meissner. Es ist nicht in Sicht dass sich die Situation in naher Zukunft verbessert. Im sogenanten Pflegeberufereformgesetz das dem Bundestag zur Verabschiedung vorliegt soll die Ausbildung der Altenpflege mit der der Krankenpflege zusammengelegt werden. Das wird dem Beruf der Krankenpflegerin keine groessere gesellschaftliche Anerkennung bringen



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