Zwischen Tanzturnier und Propaganda

MDR, 17.01.2017, 20:45

Die Stadthalle Magdeburg. Zwischen Tanzturnier und Propaganda: Die Stadthalle Magdeburg. Die großen Stars haben hier gespielt und gesungen die hauseigene Bigband spielte auf großen Galas und bei Frauentagsfeiern. Kinderfasching und Katja Ebstein SED Parteitag und Udo Lindenberg die Magdeburger Stadthalle hat viel gesehen Jetzt wird sie 90 Jahre alt. Fuer Gisela Ahrens ist die Stadthalle eine Art heiliger Ort. Die Halle hat mein Leben gepraegt sagt sie. 1976 fing Gisela Ahrens an hier zu arbeiten. Lange war sie kuenstlerische Leiterin der Stadthalle. Sie hat die großen West Stars nach Magdeburg geholt und betreut. Auch Katja Ebstein. Das Zuhoeren der Texte war in der DDR wesentlich ausgepraegter sagt die Saengerin. Es fiel schon sehr auf dass die sehr zugehört haben und zwischen den Zeilen anders aufgenommen haben als bei uns. 1927 entstand in Magdeburg ein einzigartiges Bauwerk in dem sich die Geschichte der ganzen Region widerspiegelt. In ganz Deutschland herrschte Aufbruchsstimmung. Viele Kreative kamen nach Mitteldeutschland. Neues Denken neues Bauen waren gefragt. Und so wurde innerhalb von 12 Monaten die Stadthalle in Magdeburg gebaut. Ein Tempel der Moderne. Luftige lichte Architektur 5.000 Plaetze modernste Buehnentechnik und Gastronomie. Eine Stadthalle aus Eisen Klinker und Glas für jede Art von großen und kleinen Veranstaltungen damals eine absolute Neuheit im Theater und Festhallenbau. Magdeburg sollte mit diesem Bau zum wichtigsten Messe und Ausstellungsort Mitteldeutschlands werden. Von Anfang an war die Stadthalle auch ein Spiegelbild der zeitgenoessischen politischen Stroemungen in der Weimarer Republik zur Nazi Zeit und in der DDR. Die politischen Meinungsfuehrer nutzten die groesste Halle in Mitteldeutschland auch für Parteitage und Demonstrationen. Doch genauso feierten die Magdeburger hier Fasching wo anderntags Stars ihre oft vielbeachteten Konzerte gaben. Weil in der DDR Devisen Mangelware waren bekamen West Kuenstler oft Naturalien statt Geld. Besonders beliebt war z. B. Meissner Porzellan. Katja Ebstein allerdings kaufte sich lieber einen Flügel auf den sie aber zehn Jahre lange wartete. Den hab ich heute noch sagt sie. In der Reihe Der Osten Entdecke wo du lebst zeigt der MDR die bewegte Geschichte dieses aussergewoehnlichen Bauwerks



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