Spur nach Moskau

ZDF INFO, 21.01.2017, 06:00

Warum musste Litwinenko sterben. 2006 starb in London der ehemalige KGB Offizier Alexander Litwinenko an einer Vergiftung durch radioaktives Polonium. Indizien deuten auf den russischen Geheimdienst als Auftraggeber. In einem oeffentlichen Anhoerungsverfahren in London wurden in den letzten Monaten viele Details des Polonium Mordes bekannt. Russland weigert sich bis heute die beiden mutmasslichen Mörder Andrei Lugowoi und Dmitri Kowtun nach England auszuliefern. Alexander Litwinenko starb am 23. November 2006 in der Londoner Universitaetsklinik. Drei Wochen zuvor war er mit radioaktivem Polonium vergiftet worden das seinen Koerper von innen zerfrass. Die mutmasslichen Mörder waren schnell identifiziert: Andrei Lugowoi und Dmitri Kowtun zwei Geschaeftsleute mit Verbindungen zum russischen Geheimdienst. Die britische Justiz erliess internationale Haftbefehle doch der Kreml weigert sich Lugowoi und Kowtun auszuliefern. In einem oeffentlichen Anhoerungsverfahren vor den Courts of Justice in London für das die Witwe Marina Litwinenko jahrelang gekaempft hatte wurden viele Einzelheiten und Umstaende der Tat bekannt. Und die Indizien deuten darauf hin dass Praesident Putin zumindest davon wusste. Egmont R. Koch geht in seiner Reportage diesen Vorwuerfen nach. Er trifft in Moskau Sankt Petersburg und an der amerikanischen Ostkueste Freunde und ehemalige Kollegen von Litwinenko. Sie sind davon überzeugt dass es sich bei dem Giftanschlag um einen Staatsmord handelte. Litwinenko und Putin trafen sich ein einziges Mal persoenlich im August 1998. Damals versuchte der Offizier des FSB (vormals KGB) seinen obersten Chef den gerade ernannten FSB Direktor Wladimir Putin von der grassierenden Korruption im Geheimdienst zu überzeugen. Putin wollte davon nichts wissen befahl stattdessen Litwinenkos Privattelefon anzuzapfen und ihn zu überwachen. Seit diesem Ereignis herrschte eine erbitterte Feindschaft zwischen den beiden. Und blanker Hass. 2000 floh Litwinenko mit seiner Familie nach London wo er seine Vorwuerfe Richtung Kreml verschaerfte. Er behauptete Putin habe in seiner Vergangenheit mit der Russenmafia kooperiert und am Drogenschmuggel partizipiert. Aber waren diese Beschuldigungen gerechtfertigt Oder hatte er sie erfunden um dem Praesidenten zu schaden Litwinenko war besessen von der Idee Putin als Praesident stuerzen zu koennen erinnert sich sein Freund der Historiker Juri Felshtinsky. Irgendwann habe der FSB offenbar geglaubt ihn zum Schweigen bringen zu muessen



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