Die Dattelpalme Königin der Oasen

3sat, 18.03.2017, 16:00

In Nordafrika ihrem Hauptanbaugebiet ist die Dattelpalme Symbol des Lebens ein Sinnbild der arabisch muslimischen Welt und wichtiger Wirtschaftsfaktor. Sie ernaehrt dort Millionen von Menschen. Allein in Marokko werden jaehrlich 82 000 Tonnen Datteln geerntet. Der Film zeigt atemberaubende Naturbilder der Region am suedlichen Rand des Hohen Atlas. Die wichtigste Nutzpflanze in der Oasenwirtschaft wird bis zu 30 Meter hoch und traegt nach acht bis zehn Jahren die ersten Fruechte. Datteln wachsen in sogenannten Dolden die mit zahlreichen drei bis sechs Zentimeter langen gelblichen bis rotbraunen Fruechten an der weiblichen Pflanze herabhaengen. Pro Baum koennen davon bis zu 60 Kilogramm je Saison geerntet werden. Die Fruechte sind sehr saftig zuckerreich und koennen gepresst als Wuesten oder auch Dattelbrot sowie frisch verzehrt werden. Die steinige Einoede der Atlasregion in deren dunstiger Ferne man den Hohen Atlas sieht wird unterbrochen von gruenen Oasen in denen Schatten spendende Dattelpalmen im UEberfluss wachsen. In der großen Talfilalt Oase im Sueden Marokkos findet jedes Jahr im Oktober die Ernte statt ein beeindruckendes Schauspiel: Jeder Bauer erklimmt seine Baeume und schwingt die Machete die Oase hallt vom Klang des Metalls wider Buendel orangefarbener Dattelrispen fallen auf den Boden. Die 800 000 Palmen des Hains sind für ihre Fruechte beruehmt. Um Dattelpalmen erfolgreich anzubauen ist ein kompliziertes seit Jahrhunderten überliefertes Bewaesserungssystem noetig. Bauern erzählen von ihren Muehen bis sie die Fruechte ernten koennen die die Grundlage ihrer Existenz sind. Unentbehrlich ist die Dattel auch als Energielieferant für die Nomaden die wie ihre Vorfahren durch die Wueste ziehen. Die Dattelpalme ist aber nicht nur als Lebensmittelspender wichtig: Als Lieferant für Baumaterial bleibt die Pflanze unschlagbar. In vielen Laendern ist die Palme seit alters her das Grundmaterial für den Hausbau wobei die Staemme als Holz und die Wasser abweisenden Blaetter für den Dachbau genutzt werden. Das zeigt sich beim Besuch einer alten Kasbah einer Wohnburg aus Lehm. Die traditionelle islamische Bauweise wird heute weiterentwickelt. La Palmeraie nennt sich der Gruenguertel von mehr als 150 000 Palmen der sich um die rosafarbene Stadt Marrakesch windet. Er ist der Ort wo die schoensten Villen im traditionellen Stil entstehen ausgestattet mit erlesenen Gegenstaenden des marokkanischen Kunsthandwerks. Auch die Eleganz der islamischen Gartenkunst gelangt hier zu neuer Bluete. Die Tradition lebt auch in den Souks weiter: In den von Menschen wimmelnden Maerkten verarbeiten Korbflechterinnen die Fasern der Dattelpalme so wie es seit Hunderten von Jahren ueblich ist. Sie flechten große Koerbe und Matten aber auch Seile und einfache Schuhe entstehen aus diesem Material. Vor allem Chouaris sind gefragt: Das sind Korbpaare die von den Eseln auf dem Ruecken getragen werden. In der Kraeuterhandlung stellt der Besitzer aus Datteln Hustensaft Verdauungstropfen und ein Mittel gegen Unfruchtbarkeit her. Nicht weit vom Souk entfernt uebt ein Magier seine Heilkunst aus. Dazu benutzt er einen Palmenwedel mit dem er seine Patienten abklopft. Dattel und Dattelpalme begleiten den Alltag aber auch die Rituale hoher Feiertage: Das vorschriftsmaessige Fastenbrechen im Ramadan beginnt mit einem Schluck Wasser und einer Dattel. In Marokko stehen Datteln für Freude und Reichtum. Sie tauchen als Symbole bei Geburtstagen Hochzeiten und Begraebnissen auf



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