Konrad Adenauer Der Patriarch vom Rhein

TAGESSCHAU24, 17.04.2017, 20:15

Kaum einen Namen verbindet man so sehr mit dem Begriff Westen wie den von Konrad Adenauer. Er war nicht nur der große Kanzler der mit seinem Leitsatz der Westintegration die politische Richtung der neu geschaffenen Bundesrepublik vorgab. Er setzte sich auch vor dem Krieg als Koelner Oberbuergermeister gegenüber dem zentralistischen Preussen stets für eine Staerkung des Westens ein insbesondere des Rheinlandes. Geboren wurde Adenauer am 5. Januar 1876 in Koeln. Dort wuchs er in bescheidenen Verhaeltnissen auf und musste sich bis zu seiner Jugend das Bett mit seinem Bruder teilen. Durch die Heirat in eine der bedeutendsten Familien seiner Heimatstadt bekam er Anfang des letzten Jahrhunderts Zugang zu den hoeheren Kreisen und nutzt diesen für eine rasante Karriere in der Stadtverwaltung. 1917 begann seine Laufbahn als juengster und gleichzeitig bestbezahlter Oberbuergermeister des ganzen deutschen Reiches. Durch seine ehrgeizigen Projekte machte er Koeln in kurzer Zeit von einer Provinzstadt zur bedeutenden Metropole. Erst als er wagte den Nazis die Stirn zu bieten war seine Karriere zu Ende. Adenauer musste fliehen mehrfach den Wohnort wechseln und baute sich schliesslich in Rhoendorf einen goldenen Kaefig. Hier stand er unter staendiger Beobachtung. Obwohl Adenauer sich ruhig verhielt und kein Widerstandskaempfer war wurde er 1944 verhaftet. Adenauer stand schon auf der Liste für das KZ Buchenwald da rettet ihn ausgerechnet einer seiner kommunistischen Gegner aus der Stadtverwaltung. Nachdem ihm die Amerikaner wieder zum Oberbuergermeister in einem zerstoerten Koeln gemacht haben sah es zunaechst danach aus als wuerde sein Leben nach der Diktatur dort anknuepfen wo es 1933 aufgehört hat. Als jedoch die Briten die Stadt übernehmen entliessen sie ihn nach nur kurzer Zeit aus dem Amt. Adenauer orientierte sich neu und begann sein zweites Leben das ihn zum CDU Vorsitzenden und 1949 mit 73 Jahren zum Bundeskanzler machen sollte. Erst 14 Jahre später trat er nach drei Wiederwahlen von seinem Amt zurueck kurz nachdem er und de Gaulle in Paris den Vertrag über deutsch franzoesische Zusammenarbeit unterzeichnet hatten. 1966 gab er zudem den Bundesvorsitz der CDU auf. Adenauers Lebensmitte reduzierte sich abgesehen von vielen Auslandsreisen auf die Achse Koeln Bonn Rhoendorf. In Koeln wohnten seine Kinder in Bonn ging er zur Arbeit in Rhoendorf schnitt er seine Rosen. Nicht von ungefaehr fuhr im April 1967 auch der Sarg mit seinem Leichnam diese Strecke in einem großen Konvoi auf dem Rhein. Die fuenf Millionen Mark teure Beerdigung ist bis heute in ihren Dimensionen nie wieder erreicht worden und orientierte sich damals an dem Beerdigungsakt für Winston Churchill. Politisch hat sich Adenauer stets an den großen Westen gebunden. Dem siebenfachen Familienvater war der kleine Westen geliebte Heimat. Beides zusammen macht ihn zu einem der Besten aus dem Westen was Autor Lothar Schroeder in seinem Portraet anhand umfangreichen Archivmaterials und Interviews mit Zeitzeugen wie Adenauers Sekretaerin Hannelore Siegel und dem juengsten Sohn Georg aufschlussreich dokumentiert



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