Auszug aus Europa Was die Briten bewegt

TAGESSCHAU24, 17.05.2017, 21:17

Der 29. Maerz 2017 ist ein historisches Datum denn an diesem Tag hat Theresa May offiziell den Austritt Grossbritanniens aus der EU eingereicht. Damit laeuft das Brexit Verfahren und auch wenn die britische Regierungschefin immer wieder versichert dies sei kein Austritt aus Europa sondern nur aus der EU werden sich die europaeische Union und Grossbritannien drastisch veraendern. Viele Menschen wollen den Austritt andere haben große Angst um die Zukunft der britischen Wirtschaft und um ihre eigene. Die Schotten diskutieren bereits wieder über eine neue Volksabstimmung und auch in Nordirland wuerde man lieber in der EU bleiben. Die Briten und Europa das war eine schwierige Beziehung von Anfang an. Seit jeher zeigen die Briten ein grundlegendes Misstrauen gegenüber allem was vom Festland the Continent kommt. Fuer Grossbritannien ist naemlich keinesfalls geklaert ob ihr Land wirklich zu Europa gehört oder ob die Briten auf ihrer Insel nur Nachbarn Europas sind. Wir stehen zu Europa gehören aber nicht dazu wir sind verbunden aber nicht umfasst wir sind interessiert und assoziiert aber nicht absorbiert. Churchills Definition ist für viele Briten bis heute schluessig. Warum nur sind sie so anders Wir Kontinentaleuropaeer haben unsere vorgefertigten Meinungen über das Land jenseits des Kanals: mieses Wetter schlechtes Essen warmes Bier. Gleichzeitig kamen jedoch immer wieder bahnbrechende Impulse von den Briten zu uns auf den Kontinent: die industrielle Revolution Popmusik Mode. Wir hegen eine heimliche Bewunderung für dieses Land das beides zugleich ist: rueckstaendig und modern altmodisch und avantgardistisch. Splendid Isolation vom Meer umgeben und Europa vorgelagert war Grossbritannien nie gezwungen wie die Kontinentaleuropaeer mit zahllosen angrenzenden Nachbarlaendern einen Interessenausgleich zu finden sich anzupassen. Eine romantische Sehnsucht nach einem einigen friedlichen Europa hat sich in Grossbritannien deshalb auch nie entwickelt. David Cameron brachte es 2013 auf den Punkt: Europa ist für die Briten eine praktische und keine emotionale Angelegenheit. Als einstige Kolonial und Weltmacht ist Grossbritannien gewohnt den Ton anzugeben und nicht sich ein geschweige denn unterzuordnen: Die Englaender sehen es als einen Affront gegen Gott und die Natur an von Auslaendern beherrscht zu werden brachte es George Orwell auf den Punkt. Von einem europaeischen Superstaat geschluckt zu werden ein britischer Alptraum. Doch als Grossbritannien um Aufnahme in die EWG ersuchte wurde es zunaechst von Frankreich zurueckgewiesen. Was für ein Affront Und als sie dann schliesslich 1973 beitraten legten sie schon zwei Jahre später das erste Referendum über den Verbleib nach. Damals stimmten knapp 67 der Briten dafür. Dennoch blieb die europaeisch britische Beziehung auch weiterhin eine nicht enden wollende Kette von Rangeleien Missverstaendnissen und enttaeuschten Hoffnungen von Beginn an. Immer wieder irritierten die Briten im Laufe dieser Beziehungsgeschichte mit Extrawuersten und Sonderwegen ihre europaeischen Partner. Experten wie der beruehmte britische Historiker Timothy Garton Ash und der London Korrespondent Thomas Kielinger erklaeren die historischen Hintergruende der britischen Europaskepsis. Britische und deutsche Journalisten und Comedians berichten von ihren Erfahrungen mit Klischees und Vorurteilen. Eine augenzwinkernde Zeitreise in ein ebenso problematisches wie amuesantes Kapitel europaeischer Geschichte voller Sehnsucht und Stolz voll unerwiderter Liebe und bitterer Zurueckweisung



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