Große Voelker: Die Germanen

ZDF INFO, 28.05.2017, 14:15

In der zweiten Folge der Terra X Reihe Große Voelker wird die Geschichte der Germanen erzählt. Es gibt kaum ein europaeisches Land das nicht auf germanische Ahnen zurueckblicken kann. Als einheitliches Volk hat es die Germanen nie gegeben. Hinter der Bezeichnung verbergen sich zahlreiche Staemme und Sippen die ab Mitte des 6. Jahrhunderts vor Christus in Mittel und Nordeuropa gelebt haben und die unterschiedlicher nicht sein koennen. Wild blickende blaue Augen roetliches Haar und große Gestalten die allerdings nur zum Angriff taugen. So abfaellig beschreiben die Roemer die Barbaren oestlich des Rheins. Gemeint sind die Germanen die selbst ihren Namen einem Roemer zu verdanken haben. Julius Caesar soll sie in seiner Abhandlung über den Gallischen Krieg so genannt haben. Auch an ihrer Heimat lassen die Herrscher vom Tiber kein gutes Haar. Tacitus beschreibt sie als grauenerregendes durch Waelder und Suempfe durchsetztes graessliches Gebiet. Fast alles was über die Germanen bekannt ist überliefern die Roemer. Beide verbindet eine jahrhundertelange meist kriegerische Geschichte. Die germanische Art zu kaempfen geht bei den Feinden in die Geschichte ein als Furor Teutonicus die teutonische Raserei. Nach vielen Schlachten gipfelt der Machtkampf beider Voelker in der beruehmten Varusschlacht. Die Germanen bringen den Roemern im Jahr 9 nach Christus ihre traumatischste Niederlage bei. Am Ende koennen sich die Germanen gegen das Imperium Romanum durchsetzen und den Feind immer weiter zurueckdraengen. Dabei waren die Germanen keine tumben Urwald Barbaren keine heroischen Wagnergestalten und erst recht nicht die Vorlaeufer einer rassistischen Weltanschauung. So unterschiedlich die einzelnen Staemme auch waren die Germanen stehen für eine reiche Kultur. Ihnen verdanken wir viele Brauchtuemer die aus ihrer heidnischen Glaubensvorstellung entstanden sind. Auch zahlreiche Sagengestalten die heute noch in Fantasy Romanen Kinoproduktionen und Computerspielen Millionen begeistern haben einst Germanen erfunden. Und nicht zuletzt sind noch immer viele germanische Sprachelemente in deutschen Dialekten und im hochdeutschen Alltagsvokabular wiederzufinden. Heute sprechen rund 500 Millionen Menschen Sprachen die auf germanische Wurzeln zurueckgehen. Legendaer ist der Frankenkönig Chlodwig I. der mit der Lex Salica eine bedeutende Gesetzessammlung hinterlaesst sich vom heidnischen Glauben abwendet und zum Christentum bekennt. Mit Wort und Waffe beginnt er einen Kampf gegen die germanischen Staemme und für ein geeintes Reich. Dieser fruehe und mit fragwuerdigen Mitteln erkaempfte Europagedanke erreicht seinen Hoehepunkt mit dem bekanntesten Franken: Karl der Große. So waren es die Germanen Chlodwig und Karl der Große die schon vor Jahrhunderten den Grundstein für ein gemeinsames Deutschland und Europa gelegt haben. In den deutschen Bundeslaendern leben die germanischen Sippen wie die der Sachsen Bajuwaren Sueben oder Chatten bis heute weiter. Und viele europaeische Staaten sind aus germanischen Königreichen hervorkommen. In Folge der Voelkerwanderung gruenden unterschiedliche Staemme ab dem 4. Jahrhundert nach Christus Reiche in Frankreich England Spanien Deutschland Italien Skandinavien und sogar in Nordafrika. Wie die Griechen und Roemer gehören auch die Germanen zu den Ahnen Europas



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