Champs Élysées vom Rhein

TAGESSCHAU24, 05.06.2017, 20:15

Gut 800 Meter lang und voller Luxus: Alles was Rang und Namen hat in der Welt der Reichen und Schoenen praesentiert hier seine Waren. Die Koe ist bis heute die teuerste Strasse Duesseldorfs und weit darüber hinaus. Hier flanieren Scheichs mit ihren Familien beim Einkaufsbummel und übernachten in einem der beiden Luxushotels zum Beispiel in der Suite für 28.000 Euro pro Nacht. Man geht auf die Koe und jeder weiss das ist der Schauplatz wo ich meine verrueckteste Mode und dicksten Autos zeigen kann. Frank Schnitzler ist seit 40 Jahren Parfuemeur auf der beruehmten Einkaufsmeile Königsallee und hat sich damit einen Kindheitstraum erfuellt. Fuer betuchte Kunden schliesst er auch schon mal sein Geschaeft ab damit sie sich in Ruhe umschauen koennen. Schnitzler ist einer der wenigen Geschaeftsleute die an der Koe noch ihren eigenen Laden fuehren.Immer mehr werden die Familienunternehmen von internationalen Ketten verdraengt die sich die horrenden Mieten leisten koennen. Viele haben Angst dass die Koe so ihr Gesicht und ihren Flair verliert und von der alten Herrlichkeit nicht mehr viel uebrig bleibt.Die Dokumentation nimmt die Zuschauer mit auf einen unterhaltsamen Spaziergang über die weltberuehmte Flaniermeile Koe. In aufwaendigen Animationen koennen sie erleben wie sich die Strasse in den vergangenen fast hundert Jahren gewandelt hat. Denn schon in den 20er Jahren traf man sich hier in einem der zahlreichen Terrassen Cafés leistete sich einen Kinobesuch in der Lichtburg oder feierte wilde Partys in einem der Clubs auf der Koe. Waehrend der 1950er Jahre zeigte sich hier schon in Pelz und Perlenkette das Wirtschaftswunder als das halbe Land noch Kittelschuerze trug. In dieser Zeit wuchs die Duesseldorferin Monika Gottlieb in einer Seitenstrasse der Koe auf und flanierte schon als kleines Maedchens mehrmals taeglich an den schoenen Schaufenstern entlang: An der Koe parkten dann die Opel Kapitaen mit den Weisswandreifen. Und chic angezogen gingen die Duesseldorfer promenieren und liessen sich bewundern. Der Film erzählt aber auch eine andere Geschichte der Königsallee: eine Geschichte von Vertreibung und Enteignung und vom Schicksal der juedischen Geschaeftsleute wie zum Beispiel Leonhard Tietz der hier eines der ersten großen Warenhaeuser Deutschlands betrieb



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