Kurt Georg Kiesinger

SWR, 02.07.2017, 10:45

Kurt Georg Kiesinger Der vergessene Kanzler. Kurt Georg Kiesinger - der Kanzler der ersten Großen Koalition, der einzige Kanzler, der NSDAP-Mitglied war, der Mann, der mit knapp drei Jahren die kürzeste Amtszeit aller bisherigen Bundeskanzler innehatte - ein Mann, der deutsche Nachkriegsgeschichte geschrieben hat. Und doch scheint er aus dem öffentlichen Bewusstsein nahezu verschwunden. Dabei steht Kiesinger beispielhaft für die Verstrickung in den Nationalsozialismus, für den guten Willen, Deutschland zu modernisieren, die deutsche Teilung nicht weiter zu zementieren, aber auch für den offenbar unlösbaren Konflikt zwischen der jungen Generation und den alten Autoritäten. Welche Spuren hat er hinterlassen? War er wirklich nur ein Mann des Übergangs? Ein Politiker ohne Eigenschaften? Während seiner Amtszeit als Kanzler wird er oft als wenig durchsetzungsfähiger Schöngeist, als Versöhner charakterisiert oder gar als wandelnder Vermittlungsausschuss verhöhnt. Doch ausgerechnet der moderate Kiesinger löst auch heftige Kontroversen aus. Wie ist Kiesingers Rolle im Nationalsozialismus zu bewerten? War das NSDAP-Mitglied heimlicher Widerständler oder skrupelloser Opportunist? Bis heute gehen die Einschätzungen weit auseinander. Die einen sehen ihn als Taktierer, als politisch kraftlosen Verwalter mit zweifelhafter Vergangenheit. Die anderen als klugen, unterschätzten Staatsmann mit Weitblick. Mit Hilfe von Dokumenten aus der NS-Zeit, freigegebenen Akten aus seiner Kanzlerschaft und O-Tönen von Zeitzeugen, darunter auch sein Sohn Peter Kiesinger und sein Referent Hans Neusel, zeichnet der Film ein präzises Bild von Kurt Georg Kiesinger.|Produziert in HD



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