Frank

SF1, 31.08.2017, 23:50

Jon (Domhnall Gleeson) verdingt sich als Buerogummi und lebt bei seinen Eltern fuehlt sich aber zu Groesserem berufen obwohl all seine Versuche als Singer Songwriter zu nichts fuehren. Dann aber laechelt ihm das Glueck als er zufaellig Zeuge wird wie sich der Keyboarder einer Band zu ertraenken versucht. Jon darf noch am selben Abend einspringen als die Band mit dem unaussprechlichen Namen The Soronprfbs auf einer kleinen Buehne in seinem Heimatort auftritt und nicht nur das die Band entfuehrt ihn auch gleich mit aufs Land wo die Band in einer Waldhuette ihr neues Album ausbrueten will. The Soronprfbs sind freilich keine gewoehnliche Gruppe. Ihr Bandleader und Saenger Frank bestreitet nicht nur saemtliche Auftritte sondern sein ganzes Leben mit einer überdimensionierten Cartoonmaske auf dem Kopf die er weder im Bett noch Bad auszieht. Frank schenkt Jon wenigstens ein Minimum an Freundlichkeit was von den anderen Bandmitgliedern nicht behauptet werden kann die auf das Streben des Neuankoemmlings um Akzeptanz mit einer feindseligen Mischung reagieren aus Sorge um den fragilen Gemuetszustand ihres Frontmanns und elitaerer Verachtung. Trotz maximal aufreibender Herangehensweise gelingt es der Band neue Musik zu schreiben. Dennoch steuern The Soronprfbs auf den Abgrund zu. Jon hat es naemlich auf sich genommen die sich jeglichem Popappeal verschliessenden Sonderlinge in den sozialen Netzwerken anzupreisen. Eine Reise nach Amerika ans hippe SXSW Musikfestival soll dank Jon zum Karrieresprungbrett werden fuehrt jedoch geradewegs in die Katastrophe. Die Idee eines Musikers in Pappmaché Maske mag für diesen Film ausgedacht wirken sie fusst aber auf realen Gegebenheiten. Frank Drehbuchautor Jon Ronson hat naemlich als Keyboarder in der Band des 2010 hierzulande unbekannten mit 55 Jahren verstorbenen britischen Punkrockers und Komikers Chris Sievey ausgeholfen der als Frank Sidebottom mit fast exakt derselben Maske auf der Buehne zu stehen pflegte. Ronson und Regisseur Lenny Abrahamson ( Room ) haben aus dem Stoff jedoch keine blosse Bandbiografie gemacht sondern eine anfaenglich schrullige Komoedie die in ein überraschend beruehrendes Drama übergeht. Der Filmschluss unter einer überwaeltigenden Mehrheit an unbefriedigenden Gegenbeispielen ein Juwel laesst sich zudem lesen als Ode an Inspiration und schoepferische Genialitaet und kraeftigen Seitenhieb auf die Gefallsucht der Popkultur. Neben pointierten Auftritten von Domhnall Gleeson ( Ex Machina ) als untalentiertem Durchschnittsbuerger im Rampenlicht und Maggie Gyllenhaal ( Crazy Heart ) als unbarmherzige Herzkönigin der Band verdient nicht zuletzt Michael Fassbenders Sportsgeist Anerkennung. Der Hollywoodstar ist nahezu den gesamten Film über unter der Maske nicht zu erkennen und dennoch geht sein Auftritt zu Herzen



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