Der unbekannte Terrorist

TAGESSCHAU24, 12.10.2017, 20:15

Am Abend des 12. Oktober 2016 wird der Syrer Jaber Albakr erhaengt in seiner Gefaengniszelle aufgefunden. Zu diesem Zeitpunkt war er Deutschlands wichtigster Gefaengnisinsasse ein mutmasslicher Terrorist des Islamischen Staates. Sein Anschlagsziel: der Flughafen Tegel in Berlin. Sein Tod: das unruehmliche Ende in einer Serie beispiellosen Behoerdenversagens. Schon wenige Tage zuvor beim Versuch ihn zu verhaften ist er den Polizisten einfach entwischt. Und das obwohl er als Zeuge moeglicherweise unschaetzbare Informationen im Hinblick auf zukuenftige Anschlaege haette liefern koennen. Seine Verhaftung verdankte die Polizei schliesslich der Geistesgegenwart dreier anderer Syrer. Nach seinem Tod bleiben viele Fragen: Wann und wo hat er sich radikalisiert Wurde er gezielt als Fluechtling nach Deutschland eingeschleust Hat er allein gehandelt oder war er Teil eines Netzwerkes als er in einer Wohnung 15 Kilogramm des hochexplosiven Sprengstoffs TATP zusammenmischte Als Zeuge haette er viele Erkenntnisse liefern koennen diese Chance hat der Staat vertan. Und auch die Umstaende seines Todes geben viele Raetsel auf: Dazu gibt es widerspruechliche Aussagen die teilweise einfach unberuecksichtigt blieben. Und selbst das Tatwerkzeug konnte später nicht mehr rekonstruiert werden. So ergibt sich die Frage: Haben sich die Ereignisse in der Justizvollzugsanstalt Leipzig wirklich so abgespielt wie von offizieller Seite dargestellt Die Autoren finden zahlreiche Widersprueche in der Geschichte rund um Jaber Albakr. Sie recherchieren in seinem Umfeld und bei den Sicherheitsbehoerden nehmen Einsicht in Ermittlungsakten treffen Informanten untersuchen die Geldfluesse und besuchen Aufenthaltsorte Albakrs. Der Weg fuehrt dabei auch nach Damaskus dem Ausgangspunkt seiner Reise und ins syrische Idlib wo sich Albakr vorübergehend aufgehalten hatte. Stueck für Stueck fuegt sich so das Puzzle zu einem Krimi zusammen der sich genau vor einem Jahr mitten in Deutschland abgespielt hat. Klar wird: Die deutschen Behoerden haben beim Zugriff bei der Fahndung und bei der Haft eklatante Fehler begangen. Einsaetze waren schlecht vorbereitet die Kommunikation nicht aufeinander abgestimmt und Anordnungen wurden einfach missachtet. So wurde fahrlaessig mit wertvollen Informationen und einer voellig unkalkulierbaren Gefahr umgegangen einer Gefahr die viele Menschen das Leben haette kosten koennen



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