Enttarnung einer Idylle

TAGESSCHAU24, 16.10.2017, 02:02

Es war wie in einem James Bond Films: Geheime riesige Bunkeranlagen für Staatsbedienstete unterirdische Depots mit einer Ersatzwaehrung und gut getarnte Atomwaffen. Eine Parallelwelt direkt vor der Haustuer. Der Kalte Krieg fand auch hier mitten in der Eifel statt. Denn das Gebiet wurde von den Militaerstrategen als sicher eingestuft. Bei einem Angriff aus dem Osten galt der Rhein als unüberwindliche Grenze und die Eifel damit als nicht direkt bedroht. Die NATO betrieb hier Raketenstellungen in einsamen Eifelwaeldern mit jederzeit abschussbereiten Atomwaffen. Fuer viele Eifelbewohner gehörte die Begegnung mit Panzern und Militaerfahrzeugen zum Alltag. Man hatte sich an tieffliegende Duesenjaeger zu gewöhnen. Dazu die Bedrohung durch Abstuerze. Der beruehmte Starfighter galt als anfaellig. Nach einem Unglueck bei Oberbohlheim wurde das ganze Dorf das nahe dem Fliegerhorst Noervenich liegt umgesiedelt. Im idyllischen OErtchen Urft verborgen hinter einer Doppelgarage im Wald liegt das einst groesste Staatsgeheimnis Nordrhein Westfalens: Der unterirdische Regierungssitz für den atomaren Ernstfall. Erbaut Anfang der 60er Jahre. 300 Geheimnistraeger probten im NRW Bunker 40 Jahre lang fanden hier geheime UEbungen statt. Die OEffentlichkeit ahnte nichts davon. Manfred Raeuber hat die UEbungen in der Landesregierung koordiniert. In der Dokumentation von Ute Casper und Uwe Romstedt verraet er was unter der Erde geschah. In dem einsamen Haus neben dem Zugang zum Bunker ist Claudia Roehling aufgewachsen. Sie erzählt in dem Film ihre Familiengeschichte die auch eine Geschichte des Kalten Krieges ist. Ihr Vater war vereidigter Bunkerwart. Und niemand in der Familie durfte darüber reden. Ein Leben mit der staendigen Bedrohung eines Weltkrieges. Als der Bunker 1992 offiziell aufgegeben wurde hat Claudia Roehlings Mann den Bunker gekauft. Elektroingenieur Claus Roehling wollte darin Tests durchfuehren. Mittlerweile hat er die Anlage aber auch der OEffentlichkeit zugaenglich. Und er geht der Frage nach ob man hier im Ernstfall eigentlich haette überleben koennen. Die gesamte Eifel ist voller Relikte des Kalten Krieges. Dem Kalten Krieg auf der Spur erkundet Wirtschaftsgeograph Christoph Lubbe Bunkeranlagen. Und er folgt Hinweisen auf einen weiteren geheimen Bau. In der Dokumentation Enttarnung einer Idylle schildert Lubbe wie er dabei den Ausweichsitz der Landeszentralbank entdeckt hat. Unter einer Schule in Satzvey wurden große Mengen einer Ersatzwaehrung für den Ernstfall bereitgehalten



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