Thuletuvalu

SF1, 29.11.2017, 23:40

In Thule dem noerdlichsten bewohnten Ort der Erde fahren die Maenner bei Temperaturen bis unter vierzig Grad in Fellkleidern und mit Hundeschlitten zur Jagd um ihre Familien und ihre Hunde zu ernaehren. Die Bewohner von Tuvalu leben in den endlosen Weiten des Pazifiks auf schmalen Korallenriffen und ernaehren sich von Fischen Kokosnuessen und selbst angebautem Gemuese. Trotz der riesigen Entfernung zwischen den beiden Orten sind Thule und Tuvalu zunehemend schicksalshaft miteinander verbunden. Sei es beim Jagen oder beim Fischen bei Eisfahrten oder beim Kanubau das Meer praegt beiderorts als wichtigste Nahrungsquelle seit Generationen das ganze Dasein der Einheimischen. Hier wie dort sind über die Jahrhunderte in enger Abhaengigkeit von der Natur und in der Abgeschiedenheit von der uebrigen Welt Lebensweisen entstanden die sich bis heute erhalten haben. Durch die fortschreitende Erderwaermung sind sie in Frage gestellt. In Thuletuvalu verdeutlicht Matthias von Gunten anhand seiner Protagonistinenn und Protagonisten wie auf der einen Seite des Erdballs die Eisschmelze sowohl die Jahreszeiten und die Landschaft als auch das Leben der Jaeger veraendert waehrend auf der anderen Seite der Wasseranstieg dem Inselvolk langsam aber sicher seine Heimat entreisst. Zwischen Hoffen und Wut Zuversicht und Resignation suchen Menschen die so weit voneinander entfernt leben dass sie sich wohl nie begegnen werden eine Haltung zur gemeinsamen Bedrohung. Einige sehen sich gezwungen einen Schlussstrich unter ihre bisherige Existenz zu ziehen und von Grund auf ein neues Leben zu beginnen



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