Europa und seine Schriftsteller: Portugal erzählt von ..

ARTE, 04.02.2018, 05:00

Mário de Carvalho. Lídia Jorge. GonÃsalo M. Tavares und Mia Couto. Fast alle Denker und Schriftsteller haben sich mit der scheinbaren Unvereinbarkeit von Portugal und den Portugiesen auseinandergesetzt. Ihr Unvermoegen sich als Gemeinschaft zu verstehen hat zur Folge dass sie sich nur in der Diaspora als Gruppe wahrnehmen. Als sei das Land ganz im Westen Europas lediglich Ausgangspunkt und nicht Heimstatt einer Nation. Die portugiesischen Autoren Mário de Carvalho Lídia Jorge GonÃsalo M. Tavares und der mosambikanische Schriftsteller Mia Couto erlaeutern was ihrer Meinung nach die portugiesische Identitaet ausmacht die sich immer wieder neu erfindet. Lídia Jorge spricht von einer Dichotomie zwischen den Portugiesen und Portugal . Mário de Carvalho erklaert warum viele glauben dass Portugal ein wunderbares Land ohne die Portugiesen waere. Mia Couto sieht gerade in der Faehigkeit des portugiesischen Volkes die eigene Identitaet abzustreifen seine große Staerke. Die Geschichte hat es gezeigt: Ein Volk kann ohne eigenen Staat existieren. Doch gibt es ein Land ohne Volk Die Schriftsteller strafen das in den Jahrzehnten des Salazar Regimes propagierte Klischee vom einfachen unterwuerfigen Volk Lügen. Fuer Mia Couto sind die Wunden der Kolonialzeit laengst nicht verheilt. Er versteht Literatur als Moeglichkeit an die Tabus der Geschichte zu erinnern. Von der Nelkenrevolution über die mit dem EU Beitritt verbundenen Hoffnungen bis hin zur heutigen Sparpolitik und Desillusionierung schliesst sich der Kreis. Vielleicht muessen noch ein paar Jahrhunderte vergehen damit man weiss was einen Portugiesen ausmacht meint Mário de Carvalho. Erneut erscheint die Auswanderung als Ausweg aus der heimischen Hoffnungslosigkeit



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