Klima macht Geschichte

ZDF INFO, 25.02.2018, 09:45

Das Leben auf der Erde ist ein Spielball des Klimas. Wissenschaftler haben die Meilensteine in der Menschheitsgeschichte im Spiegel weltumspannender Klimaentwicklungen untersucht. Der Terra X Zweiteiler Klima macht Geschichte fuehrt auf eine spannende Zeitreise von der Eiszeit bis ins 21. Jahrhundert. Teil eins zeigt wie das Klima das Schicksal der fruehen Gesellschaften mitbestimmt vom Neandertaler bis zum alten Rom. Uralte Sedimentproben belegen: Um 60 000 vor Christus herrscht auf der Erde Klimachaos verursacht durch schnelle Wechsel von Kalt und Warmphasen. Die Urzeitmenschen stecken mitten im Überlebenskampf. Dem Neandertaler geht die Beute aus Homo sapiens dringt auf der Suche nach neuem Lebensraum in dessen Revier ein und macht ihm die ohnehin schon knappen Ressourcen streitig. Das Duell geht zugunsten von Homo sapiens aus. In einer viele Jahrtausende dauernden Voelkerwanderung erobert er jeden Winkel der Welt. Seine Artgenossen gleiten direkt ins Paradies als die zunehmende Kraft der Sonne das Ende der Eiszeit besiegelt. Landflaechen Meere und Fluesse tauen auf die Natur explodiert. In Zentraleuropa Asien und im Alten Orient entstehen beste Lebensbedingungen die zu einer einmaligen Revolution in der Menschheitsgeschichte fuehren: Aus Nomaden werden Sesshafte aus Jaegern und Sammlern Ackerbauer und Viehzuechter. Beinahe zeitgleich entstehen Weizen Reis und Maisanbau. Die Gemeinschaften koennen ploetzlich UEberschuesse produzieren sie entdecken die Arbeitsteilung und erfinden neue Handwerkstechniken. Im anatolischen Goebekli Tepe wird der erste Tempel der Menschheit gebaut und in Jericho die aelteste Stadt der Welt waehrend die Bewohner von Stonehenge etwa zeitgleich ihre Steinkreisanlage planen. Doch die Warmzeit zeigt auch ihre Schattenseite. Um 6200 vor Christus bahnt sich auf dem amerikanischen Kontinent Unheil an. Fuer das Schmelzwasser des Agassizsees der doppelt so gross wie Deutschland ist gibt es kein Halten mehr. Es stuerzt in den Atlantischen Ozean und stoppt die Warmwasserzufuhr des Golfstroms nach Europa. Zudem sorgt die Gletscherschmelze für ein gigantisches Ansteigen der Meere um weltweit 120 Meter. Die massive Bedrohung seines Lebensraums hat der Mensch nie vergessen. Das Gilgamesch Epos beschreibt die Sintflut ebenso bildhaft wie die Bibel oder der Koran. Gewinner der globalen Gletscherschmelze sind die Subtropen. Dort sorgen Monsunregen für artenreiche Savannen mit großen Tierherden Fluessen und Seen. Ihre Bewohner leben sorglos. Die Gunstphase ist aber leider nicht von Dauer. Die Erdachse schiebt sich von der Sonne weg und dem Monsun geht der Treibstoff aus. Im Rekordtempo entstehen die großen Wuesten der Erde. Tausende von Menschen sind auf der Flucht. An den Ufern des Nils mit seinen alljaehrlichen UEberschwemmungen und dem gemaessigten Klima finden sie eine neue Heimat. Die Siedler legen den Grundstein für das aegyptische Empire das über drei Jahrtausende die Geschichte beherrscht. Die AEgypter sind aber nicht die einzigen Klimaprofiteure. Zwischen dem 20. und 40. Breitengrad erleben eine Reihe von Hochkulturen ihre Bluetezeit darunter die Mykener die Minoer die Thraker oder auch die Etrusker in Norditalien. Sie alle huldigen der Sonne der universellen lebenspendenden Kraft. Um 1200 vor Christus stuerzt lang anhaltende Trockenheit die Welt in dunkle Zeiten. Sie sind so finster dass sie als Dark Ages der Antike in die Geschichte eingehen. Die Grossreiche implodieren denn Hunger und Durst fuehren vermehrt zu Konflikten und Kriegen um fruchtbare Gebiete. Erst um 700 vor Christus stellt das Klima erneut die Weichen mit guenstigen Auswirkungen für das Leben auf der Erde. In Europa wittert Rom seine Chance und steigt in kuerzester Zeit zur Weltmacht auf die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt. Mit Brot und Spielen einer straffen Verwaltung und umfassenden Buergerrechten legen die Roemer den Grundstein für die moderne Zivilisation



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